Taijiquan

Taijiquan - Meditation in Bewegung

Taijiquan wird manchmal auch "Meditation in Bewegung" genannt, weil die Übenden Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. Die weichen und fließenden Bewegungen, scheinen weder Anfang noch Ende zu haben.

Taijiquan ist bei uns auch unter dem Namen "Schattenboxen" bekannt geworden, da sich die Übenden fast wie in Zeitlupe zu bewegen scheinen. Der Ursprung des Taijiquan liegt allerdings in einer sehr effektiven Kampfkunst, die auf den Prinzipien des Taoismus beruht. Beim heutigen Üben bildet ein längerer Bewegungsablauf, die sogenannte "Form", die Körper und Geist harmonisiert den Übungsschwerpunkt.

Ursprung des Taijiquan

Über die Entstehung des Taijiquan (andere Schreibweise auch: Tai Chi Chuan) gibt es verschiedene Legenden. Die verbreitetste erzählt vom daoistischen Mönches Zhang Sang-Feng. Er wurde im 13. Jahrhundert im buddhistischen Kloster Shaolin in den Kampfkünsten ausgebildet, wendete sich dann aber ganz dem Daoismus zu und lebte als Eremit im Wudang-Gebirge. Als er eines Tages durch einen Kampf zwischem einem Kranich und einer Schlange aus seiner Meditation gerissen wurde, beobachtete er diesen Kampf interessiert. Der Kranich schwang drohend seine Flügel, um das Zustoßen der Schlange abzuwehren, dabei versuchte er im Zurückziehen mit den Flügeln der Schlange Schläge zu versetzen und gleichzeitig führte er kurze, kräftige Tritte nach der Schlange aus. Die Schlange war aufgerichtet und bewegte sich unaufhörlich, um keine Angriffsfläche zu bieten. Dabei wartete sie geduldig auf eine Lücke, um den Kranich tödlich verletzen zu können. Daraufhin gründete er eine neue Kampfkunst, die erste Variante desTaijiquan. Diese neue Kampfkunst, setzte nicht auf Muskelkraft, sonder auf Nachgiebigkeit und auf das Ausnutzen der gegnerischen Kräfte. Taijiquan wurde lange Zeit in den Famlien nur an die Familienmitglieder weitergegeben und gelehrt. Daher auch die Bezeichnung der verschiedenen Stile. Die bekannteste war die Chen-Familie, deren Chen-Stil als der ursprünglichste Stil gilt. Auch heute noch hat dieser Stil viele schnelle Elemente, Sprünge und hohe Tritte. Der weitverbreitetste Stil ist heute der Yang-Stil, dessen Begründer Yang Lu-Chan (1799 – 1872) sich als Diener in das Dorf der Familie Chen einschlich. Dort konnte er heimlich die Übungsstunden, die im Verborgenen während der Nacht abgehalten wurden, zu beobachten. Auch er übte heimlich das dort gesehene. Er war der erste, der Taijiquan öffentlich unterrichtete. Er eröffnete in Peking eine Schule und unterrichtete sogar die die kaiserliche Familie und die Palastgarde persönlich. Zu dieser Zeit hatte auch der Yang-Stil noch schnelle Bewegungen, hohe Tritte und Sprünge. Erst sein Enkel Yang Cheng-Fu (1883 - 1935) führte die langsamen und gleichmäßigen Bewegungen ein, um vielen Menschen die Möglichkeit zu geben Taijiquan zu lernen. So verlagerte sich der Schwerpunkt des Taijiquan von einer Kampfkunst zu einer Gesundheitsübung.





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